Es ist relativ einfach, eine Lösung herzustellen,
für den Fall, in dem noch kein Profil vorhanden ist. Die Lösung führt hier über ein
vordefiniertes Default User Profile, das ich in einem AD im Netzwerk hinterlegen
kann. Die andere Alternative ist, die Installationsquelle anzupassen, sodass
schon das lokale Default User Profil meinen Vorstellungen entspricht. Die
Herausforderung ist nun die Manipulation der schon existenten Profile.
Ich möchte die drei Lösungen vorstellen, da man als Dienstleister oft
genug in der glücklichen Situation ist, ein "jungfräuliches Netzwerk"
vorzufinden und man mit wenigen Handgriffen zumindest eine der drei
Optionen schnell implementieren kann, bevor das berühmte Kind in den
Brunnen gefallen ist.
Wie wird ein Profil eines Users erstellt, wenn er sich das erste Mal am System
anmeldet?
Die Vorlage für jedes neue Profil stellt das lokale Default User Profil dar. Im
Moment der Anmeldung wird der Inhalt dieses Profils in den neu erstellten Ordner
des Benutzerprofils, idR unter C:\Dokumente und Einstellungen\%username%
kopiert. In diesem Moment wird nicht nur die dort hinterlegte Ordnerstruktur
übernommen, sondern auch der Inhalt des Registry Anteils der vorhandenen
ntuser.dat aus dem Default User Profil, in die ntuser.dat des neuen
Benutzers. Zusätzlich werden bei diesem Prozess noch die bislang "fehlenden"
Ordner erstellt (Anwendungsdaten, Eigene Dateien, Lokale Einstellungen etc.) der
Speicherpfad dieser Dateien ergibt sich aus den Einträgen unterhalb von "HKCU\Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Explorer\User
Shell Folders". Diese zeigen per Default auf die Variable %userprofile% und
können entweder per manuellem Eintrag, per Regimport, per ADM Template oder auch
mit der MS eigenen CSE für die Ordnerumleitung verändert werden. (siehe auch
ADM Template: Ordnerumleitung)
1.) Erstellung eines netzwerkweit gültigen DEFAULT USER Profils
2.) Anpassung der Installationsquelle, für ein vordefiniertes lokales DEFAULT
USER Profil
3.) Manipulation und Umstellung vorhandener Profile auf die Ansicht DETAILS im
Explorer
4.) Downloadbare EXE
Version eines Scripts, daß die Registry Einstellungen vornimmt
1.) Erstellung eines netzwerkweit gültigen DEFAULT USER Profils
Ist der Client Teil einer Domäne (NT4) oder Teil eines Active Directories, dann
akzeptiert er anstelle des lokalen Default User Profils auch eines im
NETLOGON.
Ist im NETLOGON ein Default User Profil hinterlegt, dann wird dieses bevorzugt
behandelt und das erste Profil eines Benutzers wird aus diesem und nicht dem
lokalen erstellt. Dieses Verhalten gestaltet die Lösung unseres Problem in einem
Netzwerk natürlich wesentlich angenehmer. Man stelle sich vor man müsst an 1.500
Rechnern das lokale Default User Profil anpassen ... lieber nicht.
Vorgehen:
| - | Anmeldung als ein Benutzer an einem Client, als Beispiel: Benutzername = Vorlage |
| - | Anpassung des Profils nach belieben. Ansicht des Explorer auf Details umstellen, jeden Ordnern zurücksetzten und für jeden erneut übernehmen. Hier können natürlich weiter Anpassungen vorgenommen werden, von Desktoplinks, ~hintergründen und Startmenü Einträgen bis zur Internet Explorer Konfiguration. Man sollte allerdings keine Mail Einstellungen vornehmen oder ein Produkt aus dem Office Bereich öffnen. Warum? Probiert es aus ... |
| - | Danach Anmeldung als Administrator und Kopie des Profils. |
| - | Kopie des Profils einzig und allein über: Systemsteuerung \ System \ Reiter Benutzerprofile (bei Windows NT4 und 2000), ab Windows XP: Reiter "Erweitert", Abschnitt Benutzerprofile, Schaltfläche "Einstellungen" |
| - | Als Pfad unter "Profil kopieren nach:" den UNC Pfad zum NETLOGON verwenden, zB.: "\\MEINDC\NETLOGON\Default User" |
| - | ACHTUNG! Die Berechtigung für das Profil muss angepasst werden. Da es hier nicht nur um NTFS Berechtigungen geht kann das Profil nicht per Explorer kopiert werden! |
| - | Die Berechtigungen innerhalb der ntuser.dat müssen per "ÄNDERN" Schaltfläche auf "JEDER" angepasst werden. |
| - | Abschliessend bestätigen, fast fertig. |
| - | Ein paar Kleinigkeiten sollten im Profil noch angepasst werden. Ab XP sollte der Ordner "Eigene Dateien" aus dem kopierten Profil entfernt werden, da sonst diese bei jedem Benutzer "Dateien von Vorlage" heissen, um beim Beispielusernamen von gerade zu bleiben. Der Ordner wird neuerstellt, siehe oben. Der Ordner Anwendungsdaten kann gelöscht werden, wobei zu überlegen ist, ob man nicht den Quicklaunch behält, wenn dieser genutzt wird. Cookies, Lokale Einstellungen etc. mag jeder für sich selber entscheiden. |
Jeder neue Benutzer wird jetzt das angepasste Default User Profil aus dem NETLOGON verwenden und damit kann ich auch meinen Wunsch nach der Detailansicht im Explorer propagieren.
2.) Anpassung der Installationsquelle, für ein vordefiniertes lokales DEFAULT
USER Profil
Dieser Weg ist etwas aufwendiger, aber in ihm steckt schon der Lösungsansatz für
die vorhandenen Profile.
Im I386 findet sich die HIVEDEF.INF. In dieser sind die vordefinierten Registry
Einträge mit ihren Einstellungen für das System hinterlegt. Da es sich um eine
Textdatei handelt kann diese auch editiert werden.
Ich verweise hier gerne auf einen Newsgroup Artikel von Walter Schulz, der einen
Abschnitt seiner angepassten HIVEDEF.INF veröffentlicht hat.
http://groups.google.de/group/microsoft.public.de.german.win2000.registry/msg/dfe77840de37a36d
In dieser Anpassung wird nicht nur die Ansicht auf Details umgestellt, sondern
es werden auch die Optionen der Ansicht angepasst, die ein Administrator
normalerweise für sich beansprucht und die ich eingangs des Artikels als
"Klick-Orgie" bezeichnet habe. Wer weitere Anpassung der Explorer
Ansicht nicht schon in der Installationsquelle vornehmen möchte, kann für die
anderen Punkte zu meinem ADM Template (Explorereinstellungen
– Ansichten und Darstellung) zurückgreifen.
Im wesentlichen dreht es sich für die Detailansicht um 2 Einträge in der
Registry:
[HKCU\Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Explorer\Streams]
"Settings"= REG_BINARY
[HKCU\Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Explorer\Streams\Defaults]
"{F3364BA0-65B9-11CE-A9BA-00AA004AE837}" = REG_BINARY, wobei diese GUID
unveränderlich ist, sie stellt die GUID eines Standard Datei Ordners dar.
Die jeweiligen Werte können aus der Registry eines aktuell angepassten Profils
exportiert werden.
3.) Manipulation und Umstellung vorhandener Profile auf die Ansicht DETAILS im
Explorer
Wichtiger
Hinweis:
Benutzerkonfiguration/Administrative Vorlagen/Windows-Komponenten/Windows
Explorer
Klassische Shell aktivieren
muss auf
"Nicht konfiguriert" oder "Deaktiviert"
stehen.
Schaut euch mal den Explain an und
vergleicht ihn mit dem von einer Vista Richtlinie an gleicher Stelle. Es gibt
weitere Gründe diese Richtlinie "NIEMALS" anzuschalten :-)
Im vorhergehenden Punkt habe ich schon die beiden relevanten Registry Einträge
aufgeführt. Diese beiden unterscheiden sich je nachdem ob es ein Windows XP/2003
oder ein Windows 2000 ist. Deswegen sollte darauf geachtet, für welches
Betriebsystem der Wert exportiert wird. Bei XP/2003 kann man noch zusätzlich
alle aktuelle gespeicherten Orderansichten löschen lassen. Diese sind unter HKCU\Software\Microsoft\Windows\ShellNoRoam\Bags
hinterlegt.
Die Verteilung kann leider nicht über ein ADM Template erfolgen, da mit diesem
keine Reg_Binary Werte geschrieben und manipuliert werden können. Ebenfalls ist
die Verteilung der Einträge per MSI müssig, da sie dann nur "einmalig"
funktionieren. Würde ein Benutzer die Ansicht verstellen und man möchte sie
wieder auf Details zurückstellen, dann muss erst das MSI Paket deinstalliert
werden und erneut ausgerollt werden. Erschwerend kommt hinzu, dass ein 2000 AD
keine Installation "Bei Anmeldung" unterstützt und Software grundsätzlich für
einen User nur veröffentlicht wird.
Es bleibt also nur ein Registry Import im AnmeldeScript als Lösung übrig. Mir
persönlich widerstrebt ein "regedit /s datei.reg" ein wenig, aber hier scheint
es sich als einzige Alternative anzubieten.
VB/WSH Scripte, Reg.exe in einer Batch oder das von mir benutzte
AutoIT (http://www.autoitscript.com/autoit3/)
stellen natürlich an dieser Stelle eine Alternative dar.
Ich habe die Einträge in die Registry mit AutoIT zu einer EXE kompiliert, da ich
wie gesagt den Registry Import lieber etwas verschleiere und eine einfache EXE
eleganter finde als den schnöden RegImport. Die dabei verwendete Vorlage findet
ihr weiter unten im HowTo.
|
|
Ansicht-Explorer-Details.exe |
Grundsätzlich treten die Änderungen erst in
Kraft, wenn der Explorer neu gestartet wird. Was im laufenden Betrieb bedeutet,
das die explorer.exe als Prozess beendet und per Hand neu gestartet werden muss,
um direkt mit den geänderten Einstellungen arbeiten zu können.
Eine Abmeldung und direkte Neuanmeldung führt zum gleichen Ziel.
Übergibt man die Einstellungen in einen AnmeldeScript dann empfiehlt es sich
folgende Richtlinie zu aktivieren (was meiner Meinung nach nicht nur in diesem
Fall sein sollte, sondern als grundsätzliche Einstellung gewählt sein sollte.)
Computerkonfiguration/Administrative Vorlagen/System/Skripts
"Anmeldeskripts gleichzeitig ausführen"
| Wartet bis die Anmeldeskripts zu Ende ausgeführt wurden, bevor das Windows
Explorer-Schnittstellenprogramm gestartet und der Desktop erstellt wird.
Hier nun die relevanten Registry Eintrage für die verschiedenen OS und die
fertigen Scripte für die jeweilige persönliche Vorliebe.
| Reg-Export für Windows XP/2003 | Ansicht-Explorer-Details-XP.txt |
| Reg-Export für Windows 2000 | Ansicht-Explorer-Details-2000.txt |
| AutoIT Script für beide Versionen | Ansicht-Explorer-Details-AutoIT.txt |
| Neues
AutoIT Script für beide Versionen, Schönen Dank an Maic Striepe, AutoIT hat die Syntax geändert. Siehe Changelog24th December, 2008 - v3.3.0.0: |
Ansicht-Explorer-Details-v3.3.0.0.AutoIT.txt |
| VB Script für beide Versionen von Norbert Fehlauer | Ansicht-Explorer-Details-VB.txt |
| Terminal Server Umgebung, geänderte GUID von Matthias Wengenroth Es wird die {20D04FE0-3AEA-1069-A2D8-08002B30309D} anstelle der {F3364BA0-65B9-11CE-A9BA-00AA004AE837} | Ansicht-Explorer-Details-TerminalServer-Kix.txt |
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