DNS Überwachung aktivieren

Verfasser: Norbert Fehlauer


So manch einer wird sich zwei Sachen fragen:

    1. Wozu sollte man denn DNS Auditing aktivieren?
    2. Was hat das ganze mit Gruppenrichtlinien zu tun?

Zuerst also zu den Gründen einer DNS Überwachungsrichtlinie. Je größer eine Active Directory Umgebung wird, umso eher gibt es die Notwendigkeit systemkritische Faktoren zu überwachen und gegebenenfalls zurückverfolgen zu können. Hierzu gehört für mich (seit kurzem) das Löschen von Active Directory integrierten DNS Zonen.

Persönliche Bemerkung: Es ist definitiv keine gute Idee die Forward Lookup Zone eines großen (ca. 100 DCs) AD im laufenden Betrieb „mal schnell“ zu löschen.

Zu Zweitens kann man automatisch mit dem Management-Gedanken antworten. Denn wer will die Richtlinie schon auf 100 DCs einrichten. Also ist der Kreis zu den Gruppenrichtlinien wieder geschlossen.

Aktivieren der Überwachung von Verzeichnisdienstzugriffen innerhalb einer GPO. Dafür bietet sich entweder eine Richtlinie auf Domänenebene oder auf Domänencontrollerebene an.



Abbildung 1: Aktivierung der Überwachungsrichtlinie von Verzeichnisdienstzugriffen


Damit ist die Voraussetzung geschaffen, um erfolgreiche und fehlgeschlagene AD-Ereignisse im Ereignisprotokoll wiederzufinden.

Um jedoch auch das richtige Ereignis eingetragen zu bekommen, muss innerhalb des Active Directory noch die Überwachung der DNS Zonen aktiviert werden. Hierbei ist vorher zu klären, wo genau die DNS Zonen gespeichert werden. Seit Windows 2003 gibt es standardmäßig zwei zusätzliche Anwendungspartitionen in denen DNS Zonen gespeichert werden können.


Abbildung 2: Speicherung von Zonendaten im Active Directory


Zusätzliche Informationen hierzu finden sich z.B. unter folgenden Links:
http://www.faq-o-matic.net/content/view/217/45/
und
http://support.microsoft.com/kb/884116/en-us

Deshalb nachfolgend einmal die Schritte für Umgebungen mit Windows 2000 Server und einmal für Windows Server 2003.
Windows 2000 bzw. Replikation der DNS Zonendaten auf alle Domänencontroller einer Domäne.
Innerhalb der MMC Active Directory-Benutzer und -Computer müssen im Menü Ansicht die „Erweiterten Funktionen“ aktiviert werden.


Abbildung 3: Erweiterte Funktionen aktivieren


Danach ist der „System“-Container sichtbar. In diesem wiederum befindet sich der Container „MicrosoftDNS“. In diesem werden alle Forward- und Reverse-Lookupzonen gespeichert. Möchte man die Überwachung für alle derzeitigen und zukünftigen Zonen aktivieren, wechselt man in die Eigenschaften von „MicrosoftDNS“ und ruft den Reiter „Sicherheit“ auf. Dort wiederum wechselt man in die „Erweitert“en Sicherheitseinstellungen auf und wechselt auf den Reiter „Überwachung“. In dieser Oberfläche wird jetzt „JEDER“ hinzugefügt und die zu überwachenden Ereignisse ausgewählt. Abbildung 4 zeigt die entsprechenden Punkte.


Abbildung 4: Überwachung konfigurieren


Werden die Zonendaten in der jeweiligen DNS Anwendungspartition gespeichert, braucht man adsiedit um die Überwachung zu konfigurieren, da diese nicht in der MMC Active Directory-Benutzer und –Computer angezeigt werden. Hierzu öffnet man adsiedit und fügt die entsprechende Partition hinzu. Siehe Abbildung 5.


Abbildung 5: DNS Partition in adsiedit hinzufügen


Die beiden Standardpartionen heißen:
DC=DomainDnsZones,DC=domain,DC=de
DC=ForestDnsZones,DC=domain,DC=de

Ab dann kann mit obiger Anleitung auch auf Windows Server 2003 weiter verfahren werden.
Sobald die Überwachung konfiguriert ist, werden Löschereignisse von DNS Zonen im Sicherheitsprotokoll der DCs protokolliert. Folgende Meldungen sind ab dann zu finden:

Ereignistyp: Erfolgsüberw.
Ereignisquelle: Security
Ereigniskategorie: Verzeichnisdienstzugriff
Ereigniskennung: 566
Datum: 21.09.2006
Zeit: 15:30:00
Benutzer: DOMAIN\Testbenutzer
Computer: DC01
Beschreibung:
Objektvorgang:
    Objektserver: DS
    Vorgangstyp Object Access
    Objekttyp: dnsZone
    Objektname: DC=..Deleted-Hallo1.de\0ADEL:6a0e94e2-df73-1e33-b405-4ab7baef5424,CN=Deleted Objects,DC=Domain,DC=de
    Handlekennung: -
    Primärer Benutzername: DC01$
    Primäre Domäne: DOMAIN
    Primäre Anmeldekennung: (0x0,0x3E7)
    Clientbenutzername: TESTBENUTZER
    Clientdomäne: DOMAIN
    Clientanmeldekennung: (0x0,0x70D94292)
    Zugriffe DELETE

    Eigenschaften:
    DELETE
    dnsZone

    Weitere Info:
    Weitere Info2:
    Zugriffsmaske: 0x10000
    Weitere Informationen über die Hilfe- und Supportdienste erhalten Sie unter http://go.microsoft.com/fwlink/events.asp.

Diese Ereignisse können dann mit einem geeigneten Managementsystem wie beispielsweise MOM (Microsoft Operations Manager) ausgewertet werden.

Hinweis: Die obigen Änderungen können ein stark erhöhtes Aufkommen von Einträgen im Sicherheitsprotokoll verursachen. Es sollte darauf geachtet werden, dass das Sicherheitsprotokoll genügend groß konfiguriert ist und nicht bei Erreichen der Maximalgröße das System angehalten wird.


Abbildung 6: Eventlog Konfiguration

http://support.microsoft.com/kb/312571/en-us

Die im Artikel beschriebenen Schritte erheben keinen Anspruch auf Korrektheit und Vollständigkeit. Eine Gewährleistung für das korrekte Funktionieren wird ausdrücklich nicht gegeben.

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