Richtlinien für einzelne Benutzer oder Sicherheitsgruppen einrichten:

 

Das Problem:

Gruppenrichtlinien wirken nur auf Benutzer~ und Computerobjekte im Active Directory.

 

 

Folgendes oder ähnliches Szenario funktioniert !!!NICHT!!!:

 

 

OU: „Alle meine Angestellten“

 


In der OU „Alle meine Angestellten“ sind Praktikanten,
die mit weniger Rechten ausgestattet ein sollen:

 

o                    Praktikant 1

o                    Praktikant 2             Mitglieder der Sicherheitsgruppe „Praktikanten“

o                    Praktikant 3

 

In dieser OU wird eine weitere OU „Alle Praktikanten“ erstellt, in der sich
die Gruppe der Praktikanten befindet


OU: Alle Praktikanten
    o                    Sicherheitsgruppe Praktikanten


Wird für die  OU „Alle Praktikanten“ eine Gruppenrichlinien erstellt, in der weitere Konfigurations-Einstellungen vorgenommen werden, so wirkt sie sich nicht auf die Benutzer Praktikant 1, Praktikant 2 und Praktikant 3 aus.
Es ist nur die Richtlinie auf Ebene der OU „Alle meine Angestellten“ ausschlaggebend und nur diese Einstellungen werden  vom Benutzer bei der Anmeldung übernommen. (Vererbung übergeordneter Richtlinien und lokale Richtlinie an dieser Stelle mal aussenvor gelassen).

 

 

Jetzt stellt sich also die Frage, wie sich dieses Problem lösen lässt. Es gibt an dieser Stelle 2 Möglichkeiten die sich anwenden lassen.

 

 

So geht’s:

 

Die erste Idee und einfachste Möglichkeit ist es die Benutzer Praktikant 1, Praktikant 2 und Praktikant 3 in die OU „Alle Praktikanten“ zu verschieben. Ab diesem Moment liegen die Active Directory Objekte im richtigen Container und die Gruppenrichtlinien, die auf diesem Container eingestellt sind kommen zur Anwendung.

OU: Alle Praktikanten

o        Sicherheitsgruppe „Praktikanten“

o        Praktikant 1

o        Praktikant 2

o       Praktikant 3

  

Die Sicherheitsgruppe „Praktikanten“ hat für die OU keinen weiteren direkten Nutzen, kann aber für z.B.: NTFS Dateiberechtigungen weiter verwendet werden.

Diese Lösung ist praktikabel und bietet meiner Meinung nach die übersichtlichste Möglichkeit Richtlinien zu strukturieren, da pro OU nur eine Richtlinie hinterlegt wird und es sich so mit geringem administrativem Aufwand nachvollziehen lässt, welche GruRiLi auf welche Objekte (Benutzer und Computer) zum Einsatz kommt (kommen soll).

Nachteil ist ganz klar, daß man bei dieser Form bald eine große Anzahl an OU´s hat, durch die man sich erst einmal durchkämpfen muss und zudem macht eine OU für nur einen einzigen Benutzer nicht so wirklich Sinn.
 

 

Die 2te Möglichkeit bieten Sicherheitsberechtigungen die sich für jede Gruppenrichtlinie separat konfigurieren lassen und man belässt die Benutzer/Computerkonten an der Stelle/in der OU wo sie schon sind.

An dieser Stelle fängt man an über Sicherheitsberechtigungen (ACL´s), ähnlich denen, die man von den NTFS Dateiberechtigungen kennt, bestimmte Benutzer auszuschliessen, bzw. bestimmten Benutzer Rechte einzuräumen, über die die „anderen“ nicht verfügen.



1. Schritt:
OU: „Alle meine Angestellten“

 

 

Die Benutzer Praktikant X sind keine Mitglieder der Gruppe Angestellte, ebensowenig sind die Benutzer Angestellter X Mitglied der Sicherheitsgruppe Praktikanten. Es findet über die Gruppenzugehörigkeit der jeweiligen Benutzer eine klare Trennung statt. Natürlich können die Benutzer weiterhin über eine gemeinsame Gruppenzugehörigkeit „MeineFirma“ oder anderen globalen Gruppen verfügen. Wichtig ist für uns aktuell nur die klare Abgrenzung der einzelnen Benutzer durch Gruppen.

 

 

2. Schritt:

Es werden für die OU 2 unterschiedliche Richtlinien definiert. Die zusätzliche Richtlinie beinhaltet die gewünschten erweiterten/eingeschränkten Einstellungen. Das Gegenteil wäre natürlich auch möglich, wenn man z.B.: an Abteilungsleiter oder andere „gehobene“ Positionen denkt, die oftmals über weniger restriktive Rechte verfügen.

 

Nicht weil sie es verdient haben, sondern weil sie dieses Recht beim Chef eingeklagt haben … diese Grundhaltung muss natürlich nicht parallel zur persönlichen Haltung des Administrators laufen … das nur nebenbei J

 

Gehen wir in unserem Beispiel davon aus, daß alle eingestellten Richtlinien für die OU „Alle meine Angestellten“ auch für beide Sicherheitsgruppen Praktikanten und Angestellte gelten sollen, nur mit dem Unterschied, daß Praktikanten noch weniger dürfen.

Rufen wir uns an dieser Stelle noch mal den Weg der Vererbung von Richtlinien ins Gedächtnis:

Kommen 2 Richtlinien auf gleicher hierachischer Ebene zur Anwendung so werden die Einstellungen der in der Priorität höher angesiedelten Richtlinie vererbt.

 

Starker Satz … betrachten wir es mal grafisch:

Auf der OU befinden sich 2 Richtlinien. Diese kann ich „nach oben“ und „nach unten“ sortieren, die die „oben“ steht ist diejenige, von der die Einstellungen geerbt werden, bzw. von der oberen werden die Einstellungen vererbt => nach „unten“ weitergegeben.

 

Unter dieser Vorraussetzung müssen in der 2ten Richtlinie nur die Einstellungen vorgenommen werden, die als zusätzliche Richtlinien oder veränderte hinzukommen.

Wenn diese Einstellungen vorgenommen sind, kommen die Sicherheitsberechtigungen zum Einsatz.

 

Grundsätzlich arbeite ich an dieser Stelle ohne die Sicherheitsgruppe: „Authentifizierte Benutzer“ Denn in dieser Gruppe wären wieder „Alle“ drin, die ich an dieser Stelle nicht einschränken möchte, den per Grundeinstellungen hat diese Gruppe immer das Recht „Richtlinie übernehmen“ und damit hätten wir keine Trennung mehr nach Angestellte und Praktikanten.


So sehen die Sicherheitseinstellungen für die Richtlinie Angestellte aus:

 

 

-          es existiert keine Gruppe „Authentifizierte Benutzer“

-          alle Benutzer sind Mitglied der Gruppe „MeineFirma“

-          Alle Mitglieder der Gruppe „MeineFirma“ haben das Recht die Richtlinie zu übernehmen

 

 

So sehen die Sicherheitseinstellungen für die Richtlinie Praktikanten aus:

 

 

-          es existiert keine Gruppe „Authentifizierte Benutzer“

-          die Gruppe „MeineFirma“ ist aus den Sicherheitsberechtigungen entfernt

-          Alle Mitglieder der Gruppe „Praktikanten“ haben das Recht die Richtlinie zu übernehmen



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